Geschichte

Chronik des Vereins

Der Schützenverein "Erlental" ist eine wichtige Komponente im öffentlichen Leben des rund 350 Einwohner zählenden Mönstetten. Er konnte seit seiner Gründung im Jahre 1951 großartige sportliche Erfolge erzielen, er setzte aber stets auch Akzente mit gesellschaftlichen Aktivitäten wie Schützenball, Kaffeekränzchen, Garten- und Dorffeste. Die Theateraufführungen zusammen mit dem Sportclub Mönstetten fanden im ganzen Landkreis Anerkennung. Möglich ist dies alles wegen des hervorragenden Zusammenhalts der Vereinsmitglieder. Dieser war stets so groß, daß auch in schwierigsten Zeiten der Bestand des Vereines nie gefährdet war.
Die Geschichte des Vereins begann am 28.Januar 1951. Im damaligen Gasthaus "Krone" trafen sich zur Vereinsgründung: Rudolf Brenner, Friedrich Bobinger, Josef Müller, Georg Schuster, Anton Bobinger (Schnuttenbach), Ludwig Schuster, Ludwig Brenner, Johann Löffler, Anton Bobinger (Offingen), Max Tausend, Rudolf Schwab, Friedolin Schuster und Josef Bobinger. Geburtshilfe leistete der damalige erste Kreisschützenmeister Ludwig Dirr aus Nornheim,. Unter seiner Wahlleitung entstand auch gleich die erste Vorstandschaft:

1. SchützenmeisterRudolf Brenner
2. SchützenmeisterJosef Müller
Schriftführer u. KassiererLudwig Brenner
GerätewartGeorg Schuster
AusschußmitgliedFriedrich Bobinger
AusschußmitgliedLudwig Schuster
AusschußmitgliedMax Tausend
VereinsdienerAnton Bobinger (Offingen)

Als Vereinslokal wählte man das Gasthaus "Krone". Das erste Vereinsgewehr wurde von Josef Müller gestiftet, und so konnte schon am 3. Februar 1951 das Eröffnungsschießen des neu gegründeten Vereins stattfinden. Den ersten Schuß gab 1. Bürgermeister Johann Mader ab, er erzielte dabei eine 12er Schuß.
Noch im selben Jahr traten spontan weitere 15 Mitglieder in den Verein ein. 
Am 18. März 1951 fand das erste Königsschießen für das Jahr 1952 statt, wobei der beste Tiefschuß gewertet wurde, der Schütze Josef Zech ging dabei als Schützenkönig hervor.
Am 13. Januar 1952 wurde bei der ersten Generalversammlung der Verein nach öffentlicher Abstimmung auf den Namen "Erlental" getauft. Bei den Neuwahlen wurde die Gründungsmannschaft komplett bestätigt. Am 17. Februar veranstaltete der Verein den 1. Schützenball, den Tanz eröffnete Schützenkönig Josef Zech mit seiner Schützenliesl Hildegard Strehle. 

Mit dem Theaterstück "Ein Schicksalstag im Bauernleben" traten die Schützen unter Leitung ihres Vorstands Rudolf Brenner noch im selben Jahr vor einem begeisterten Publikum auf. Sie begannen damit eine Tradition, die bis Ende der 90er Jahre andauerte.
Die rührigen "Erlental"-Schützen merkten bald, daß zu einer würdigen Präsentation nach außen z.B. auf Umzügen, unbedingt eine Vereinsfahne erforderlich ist. Für 850 Mark wurde sie bei einer Munderkinger Firma in Auftrag gegeben. Die kirchliche Weihe fand am 29. und 30. Mai 1954 statt. Von der Fahnenbraut Babette Bobinger und ihren Begleiterinnen Rosemarie Grau und Rosa Konrad wurde sie in die Obhut von Fahnenträger Erwin Baur und den Begleitern Michael Högel und Johann Högel gegeben. Patenverein war die "Bürgerliche Schützengesellschaft Offingen".

1965 fand die erste Vereinsmeisterschaft statt. Als erster Vereinsmeister fand Rudolf Kral mit 904 Ringen Eingang in die Annalen der Vereinsgeschichte. Sensationell war der Königsschuß von 1968: Ein 0-Teiler von Heinrich Wolfer.
Nach 20 Jahren Vorstandstätigkeit wurde im Juli 1971 Rudolf Brenner auf eigenen Wunsch aus der Verantwortung entlassen. 
Noch einen anderen Wechsel gab es 1971: Da das Vereinslokal "Krone" dem Verein nicht mehr zur Verfügung stand, wurde mit Genehmigung der Gemeinde der Schulsaal zum neuen Schützenheim umgebaut und am 6. Juni in Anwesenheit von 1. Gauschützenmeister Martin Hämmerle eröffnet. 1976 mußte das neue Schützenheim gleich wieder umgebaut werden. Veranlasser war das Gesundheitsamt: für das Blechrinnen-Herrenpissoir im Feuerwehrspritzenhaus mußte ein gefliestes, wasserberieseltes Urinalbecken errichtet werden. Gleichzeitig wurde die Zahl der Schießstände von vier auf sechs erweitert. Im selben Jahr wurde auch die Eintragung ins Vereinsregister beschlossen. 1977 gab sich der Verein seine Satzung.

Große Feste waren in der Vereinsgeschichte die Fahnenweihe 1954, die Einweihung des Schützenheims 1971 und das 25-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1976. 1982 stellten die Mönstettener den ganzen Landkreis in den Schatten, als sie bei der Aktion "Kartei der Not" der Günzburger Zeitung mit 3124 Mark das höchste Gesamtergebnis zur Verfügung stellen konnten. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war zweifellos das 40-jährige Jubiläum mit Kreisschützentag im Jahre 1991, bei dessen Vorbereitung und Durchführung die gesamte Dorfgemeinschaft tätig war. Der außerordentliche Einsatz der beiden Festleiter Konrad Keis und Erwin Wagner mit ihrem Festausschuß sorgten für ein unvergessliches Fest und einen großen Erfolg.

Diese Scheibe wurde dem Schützenverein von den örtlichen Vereinen (Sportclub Mönstetten, Freiwillige Feuerwehr Mönstetten und Soldaten- und Kameradschaftsverein Mönstetten) zum 40-jährigen Jubiläum überreicht. Das Motiv zeigt den Dorfkern im Jahre 1991. In der Mitte ist die Pfarrkirche St. Johannes Baptist zu sehen, links der im Jahre 1996 abgerissene Pfarrhof, rechts das ehemalige Schulgebäude, welches von 1971 bis 2019 als Schützenheim diente. Im Jahr 2019 wurde mit dem Bau eines Bürgerhauses ein lang gehegter Wunsch der Erlental-Schützen erfüllt. Neben einem großen Festsaal und einem Stüble für die Vereinsabende finden die Schützen im Mehrzweckraum Platz für 8 neu beschaffte elektronische Schießstände.

Am Schluß dieser kleinen Vereinsgeschichte soll ein besonderer Brauch der "Erlental"-Schützen die Aufmerksamkeit des Lesers erfreuen, nämlich die Inthronisation des Schützenkönigs und der Schützenliesl. Während der König, wie bereits erwähnt wurde, mit dem besten Tiefschuß ermittelt wird, ist die Liesl auf die Sympathie der aktiven Schützen angewiesen, von denen sie in geheimer Wahl ermittelt wird. Beide, König und Liesl, stellen sich dann ihren "Untertanen" mit selbstgedichteten Versen vor, die je nach Dichtkunst von einer Strophe bis zu zwei Seiten reichen können. Die Gunst des Schützen-Volkes ist ihnen dann gewiß, und kräftig wird ihnen sogleich mit dem Vereinslied gehuldigt:
Ich bin der Schütz vom Erlental ...

Streifzug durch den sportlichen Werdegang

In den Anfangsjahren wurde in der Wirtsstube des damaligen Vereinslokals "Krone" auf eine Entfernung von 6 Meter geschossen. Zu dieser Zeit war der Mittelpunkt der Scheibe der 12er. Geschossen wurde in den Wintermonaten, wie es wohl bei den meisten Vereinen so üblich war. Brauchtum war damals das Freundschaftsschießen mit den umliegenden Vereinen, sowie das Schießen auf eine mit Jagd- oder Schützenmotiven bemalte Holzscheibe.
Anfang der 60er Jahre errichtete der Verein im Saal des Vereinslokals einen Schießstand mit Seilzug auf die vorgeschriebenen 10 Meter Entfernung.
Bereits 1965 erstellte der Verein auf Drängen der Jugend einen zweiten Schießstand. Ab diesem Zeitpunkt begann so langsam das Sportschießen, erstmals wurden pro Schießen 10 Schuß abgegeben, und noch im selben Jahr wurde der Vereinsmeister ausgeschossen.
Ab Februar 1971 hatten die Schützen eine neue Herberge, sie bauten das Schulgebäude in ein Schützenheim um. Beim Eröffnungsschießen am 6.3.1971 auf den 4 Luftgewehr-Schießständen trugen sich in Anwesenheit des damaligen 1. Gauschützenmeisters Martin Hämmerle aus Burtenbach nicht weniger als 44 Schützinnen und Schützen in das Schießbuch ein.
Nun wurde auch von den Verantwortlichen kontinuierlich Jugendarbeit betrieben und es dauerte nicht lange bis sich die ersten Erfolge einstellten.
Bereits 1972 gewannen die Jungschützen den auf Gauebene ausgeschriebenen Landratspokal und noch im selben Jahr holte sich Hermann Brenner mit 95 Ringen die Jugend-Meisterscheibe beim Gauschießen. Auch am Gaurundenwettkampf nahmen die Erlental-Schützen erstmals teil. Schon 1974 bestritt die 1. Mannschaft den Rundenwettkampf in der obersten Gauklasse.
Schöne sportliche Auseinandersetzungen waren in den 70er Jahren die Pokalturniere mit Vereinen aus den 3 Gauen des Landkreises, die von den Erlental-Schützen erfolgreich abgeschlossen wurden.
Für Anreiz sorgte auch in den 70er Jahren das Ausschießen von Leistungsabzeichen. Dass im Lager der Erlental-Schützen das sportliche Geschehen einen hohen Stellenwert hat, kommt allerdings nicht von ungefähr. Viele Jahre begleitete Rudolf Kral das Amt des 1. Gausportleiters. Verantwortlich für die Gaujugend war in den Jahren 1983 bis 1986 Konrad Keis, der zuvor viele Jahre im Gauausschuß tätig war. Ebenso bekleidete Zenta Keis in den 70er Jahren das Amt der Gaudamenleiterin.
In den Jahren 1976 bis 1982 wurde auch am Rundenwettkampf in der Disziplin KK English-Match 50m teilgenommen.
Große Erfolge verzeichnete der Verein mit seinen Schützen durch Qualifikationen und Teilnahmen an Schwäbischen und Bayerischen Meisterschaften. 1977 holte sich Zenta Keis mit der Gaumannschaft den 2. Platz bei den Schwäbischen Meisterschaften im KK liegend und wurde noch im selben Jahr zu den Bayerischen Meisterschaften nach München-Hochbrück eingeladen. Die wohl größte sportliche Herausforderung widerfuhr Zenta Keis als sie Ende der 70er Jahre vom Bezirk Schwaben nach Ruhpolding und Landshut zum KK-Vergleichskampf Oberbayern - Niederbayern - Schwaben eingeladen wurde.
In bestimmten Abständen stellten die Erlental-Schützen immer wieder auch Gauschützenkönige. Dies waren:

Gau-JugendschützenkönigWalter Reichel1972
Gau-JugendschützenkönigOtto Strehle1973
Gau-SchützenkönigRudolf Kral1973
Gau-JugendschützenkönigSabine Strehle1986
Gau-SchützenkönigMayer Robert1996
Gau-SchützenkönigWagner Jürgen2010

Einen großen Anteil am Erfolg der Erlental-Schützen hatte wohl das Führungsgespann Erwin Wagner und Konrad Keis, die sich zwischen 1971 und 1987 in der Führungsrolle abwechselten.
Aber auch in den 90er Jahren wurde ein sportlicher Aufschwung erkennbar. So etablierte sich das Luftpistolenschießen zu einer festen Größe im Verein, eine LP-Mannschaft nimmt seitdem am Gau-Rundenwettkampf teil. In beiden Bereichen - Luftgewehr und Luftpistole - wurden bemerkenswerte Leistungssteigerungen verbucht. Die Begeisterung der aktiven Schützen wird am besten darin ersichtlich, daß wir im Jahr 2002 erstmals 6 Mannschaften, im Jahr 2007 sogar 7 Mannschaften für den Rundenwettkampf melden konnten. Mit dem Einzug in das 2019 erbaute gemeindliche Bürgerhaus in Mönstetten bieten sich dem Verein nicht nur optimale Möglichkeiten für seine gesellschaftlichen Veranstaltungen, vielmehr stehen nun auch für die sportlichen Aktivitäten entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Investition des Vereins in eine Schießanlage mit 8 elektronischen Ständen zahlte sich bereits in kürzester Zeit aus, was sich an den Teilnehmerzahlen an den Schießabenden und auch an neu hinzugekommenen Schießsportfreunden erkennen lässt.